In unserer Serie “Nachgefragt” möchten wir Ihnen Kunden vorstellen und Einblicke in Ihr Unternehmen.

Wir beginnen mit den Genusshandwerkern aus Düsseldorf.

Das Unter­neh­men, wel­ches eng mit regio­na­len Pro­du­zen­ten koope­riert legt Wert „auf die Tra­di­ti­on (…), hand­werk­li­ches Kön­nen, Lie­be zum Pro­dukt und viel Erfah­rung“. Es wer­den nur hoch­wer­tigs­te Lebens­mit­tel ange­bo­ten, die sorg­fäl­tig aus­ge­sucht und fair erzeugt wer­den. Grün­der Hans-Georg Pest­ka geht es nach eige­ner Aus­sa­ge um das „Genie­ßen mit Verstand“.

Fragen an Gründer und Geschäftsführer Hans-Georg Pestka:

  • Herr Pest­ka, die Genuss­hand­wer­ker gab es schon bevor das The­ma efood in aller Mun­de war. Wann haben Sie mit dem Ver­trieb aus­ge­wähl­ter Lebens­mit­tel über das Inter­net begon­nen und warum?
  • Mei­ne ers­ten Erfah­run­gen mit dem Inter­net als Platt­form mach­te ich bereits zur Jahr­tau­end­wen­de. Daher lag es für mich nahe, die Ver­bin­dung zwi­schen Ange­bot und Nach­fra­ge – der klas­si­schen Auf­ga­be eines Händ­lers – über die­ses Medi­um zu orga­ni­sie­ren als die Genuss­hand­wer­ker 2007 gestar­tet sind.
  • War­um haben Sie sich für das Inter­net als Haupt­ver­triebs­weg entschieden?
  • Zum einen erlaubt es uns, dass wir für alle Kun­den orts­un­ab­hän­gig gleich gut erreich­bar sind. Zum ande­ren kön­nen wir tages­ak­tu­ell im Sor­ti­ment agie­ren und damit ähn­lich attrak­tiv wie ein Wochen­markt sein.  Übri­gens auch ähn­lich indi­vi­du­ell in der Kommunikation.
  • Oft wer­den als Nach­tei­le des Online­han­dels feh­len­der Ser­vice, man­geln­des Umwelt­be­wusst­sein und lan­ge Lie­fer­zei­ten genannt. Ihre beein­dru­cken­den Kun­den-Bewer­tun­gen zeich­nen ein ganz ande­res Bild. Wie schafft Genuss­hand­wer­ker es, die Nach­tei­le des Ver­sand­kon­zep­tes so per­fekt zu umgehen?
  • Das was unse­re Kun­den an uns schät­zen, wür­den Sie auch in einem sta­tio­nä­ren Geschäft wür­di­gen. Der Punkt ist glau­be ich der, ob man bereit ist, für den Kun­den wirk­lich so da zu sein. Und viel­leicht auch ein biss­chen, ob man es vom Kopf her macht oder – wie wir – auch mit einer gro­ßen Por­ti­on Herz und Lust an der Sache.
  • Erst im Dezem­ber 2016 erschien ein gro­ßer Arti­kel über Sie in „brand­eins“, eine Chan­ce, die nicht vie­le Unter­neh­men erhal­ten. Was macht Sie beson­ders im Ver­gleich zur Konkurrenz?
  • Ich spre­che ja immer lie­ber von den „Kol­le­gen“  anstatt von Kon­kur­renz. Jeder von uns ver­sucht da (s)einen Weg zu gehen. „Genuss­hand­wer­ker“ hat ja ver­schie­de­ne Bedeu­tun­gen – neben der Unter­neh­mung sind es all die Pro­du­zen­ten, die die­se her­aus­ra­gen­den Lebens­mit­tel erzeu­gen, aber auch unse­re Kun­den, durch deren Hän­de aus den gelie­fer­ten Koch­zu­ta­ten dann beson­de­re Mahl­zei­ten wer­den. Essen ist für mich Kul­tur und so „kura­tie­ren“ wir unser Ange­bot an Waren, aber auch an Hin­ter­grund­wis­sen und Mei­nun­gen, die zu einem leben­di­gen Aus­tausch am Tisch gehören.
  • Dass Sie das Kon­zept von Genuss­hand­wer­ker auch pri­vat leben zeigt Ihr sehr sorg­fäl­ti­ger und per­sön­lich geführ­ter Blog. Sehen Sie sich als Unter­neh­mer auch in der Ver­ant­wor­tung, Ein­fluss auf sozia­le wie öko­lo­gi­sche Miss­stän­de zu nehmen? 
  • Ich sehe mich als Mensch in der Ver­ant­wor­tung, ganz unab­hän­gig davon, wel­che Rol­le ich gera­de aus­fül­le. Das zusam­men­zu­brin­gen hal­te ich für ein gro­ßes Glück und wür­de mir wün­schen, dass mehr Men­schen die­se Mög­lich­keit erken­nen und für sich erschlie­ßen. Als Unter­neh­men haben wir die­se Sicht­wei­se nicht nur in unse­ren Wer­ten ver­an­kert, son­dern dies mit einer Gemein­wohl­bi­lanz auch sehr trans­pa­rent gemacht. Denn Wirt­schaft ist für die Men­schen da und nicht umgekehrt.
  • In einem Blog-Bei­trag kri­ti­sie­ren Sie mit dem Satz „Wir wis­sen zwar nicht mehr, was wir essen, wohl aber wo der rich­ti­ge — sprich ange­sag­te — Ort dafür gera­de ist.“, dass man­che Men­schen nicht aus Über­zeu­gung nach­hal­tig essen. Pro­vo­kant gefragt: Ist Bio nur ein vor­über­ge­hen­der Trend?
  • Trends an sich sind ja erst­mal Indi­ka­to­ren für Ver­än­de­rung und erlau­ben das „Aus­pro­bie­ren“ von Neu­em, also eine Art von Ver­such und Irr­tum. Mei­ne Kri­tik rich­tet sich weni­ger an „Bio“ als an die Men­schen, die Ernäh­rungs­sti­le völ­lig unre­flek­tiert adap­tie­ren, weil die Peer­group das eben gera­de so macht oder es gera­de hipp ist. Grund­sätz­lich begrü­ße ich jede Art der Aus­ein­an­der­set­zung zum The­ma Ernäh­rung und geste­he jedem Men­schen da sei­ne indi­vi­du­el­le Zei­chen­set­zung zu.
  • Man sagt oft, es sei­en „die klei­nen Din­ge“. Was möch­ten Sie ande­ren Men­schen ans Herz legen, wo mit wenig Auf­wand viel Gutes für die Umwelt getan wer­den kann? Wor­auf ach­ten Sie pri­vat besonders?
  • Wir leben in Zei­ten, in denen vie­le Men­schen sich „ohn­mäch­tig“ und dem „gro­ßen Gan­zen“ aus­ge­lie­fert füh­len. Da wir mehr­fach am Tag essen, ent­schei­den wir jeden Tag meh­re Male nicht nur über unser Satt­wer­den, son­dern gleich­zei­tig über die Art und Wei­se, wie Lebens­mit­tel erzeugt, ver­ar­bei­tet, gehan­delt und gekocht wer­den. Das hat eine gro­ße gesell­schaft­li­che Rele­vanz und in die­sen klei­nen Ent­schei­dun­gen liegt eine gro­ße Gestal­tungs­kraft. Und eine Leich­tig­keit und Freu­de, wenn man den Genuss und die Lust auf Gutes ein­fach machen lässt.

Das Team von Land­pack sagt herz­li­chen Dank für das Gespräch!