Wie kann eine Gesell­schaft zu mehr Nach­hal­tig­keit bewegt wer­den? Beloh­nun­gen für nach­hal­ti­ges Han­deln oder doch Bestra­fung durch z.B. eine CO2-Steu­er bei der Nut­zung von weni­ger umwelt­freund­li­chen Optio­nen? Was funk­tio­niert bes­ser?

Die Hoch­schu­le Aschaf­fen­burg hat im Rah­men einer reprä­sen­ta­ti­ven Kon­su­men­ten­be­fra­gung die­se Fra­ge in Bezug auf die Ver­pa­ckung beim Online­ein­kauf von Lebens­mit­teln näher betrach­tet. Wel­chen Händ­ler wäh­len die Ver­brau­cher, wenn das glei­che Sor­ti­ment ange­bo­ten wird, aber der eine Händ­ler eine nach­hal­ti­ge Trans­port­ver­pa­ckung benutzt und der ande­re nicht?

Bei glei­chem Sor­ti­ment, Preis und glei­chen Ver­sand­kos­ten ist die Fra­ge schnell zu beant­wor­ten. Wenn es so leicht ist nach­hal­tig zu han­deln, dann wählt die gro­ße Mehr­heit — näm­lich 92,81% — den Händ­ler mit öko­lo­gi­scher Ver­pa­ckung.

Doch die Stu­die hat gezeigt, dass der Händ­ler mit nach­hal­ti­ger Ver­pa­ckung immer von der Mehr­heit bevor­zugt wird, unab­hän­gig von Kos­ten­un­ter­schie­den. Wenn es auf­grund der nach­hal­ti­gen Ver­pa­ckung höhe­re Ver­sand­kos­ten gibt, dann wäh­len trotz­dem 69,93 % die­sen Händ­ler. Wenn zusätz­lich die Prei­se höher sind hält das 66% immer noch nicht vom Kauf bei die­sem Händ­ler ab.

Reprä­sen­ta­ti­ve Befra­gung unter 161 Teil­neh­mern in Zusam­men­ar­beit mit der Hoch­schu­le Aschaf­fen­burg zum The­ma
„Die Rol­le der Ver­pa­ckung beim Online­kauf von Lebens­mit­teln“, Sept.-Dezember 2018

Egal wel­ches Sze­na­rio vor­liegt, min­des­tens 60% der Befrag­ten wür­den den Händ­ler, der eine öko­lo­gi­sche Trans­port­ver­pa­ckung ver­wen­det, bevor­zu­gen. Da ist es also gar nicht so schwer, die Ver­brau­cher zu mehr Nach­hal­tig­keit zu bewe­gen. Im Gegen­teil! Sie wol­len ja kei­ne Ber­ge an Ver­pa­ckungs­müll. Oft haben sie nur kei­ne Wahl.

Zu den wich­tigs­ten Ver­pa­ckungs­ei­gen­schaf­ten beim Online­kauf von Lebens­mit­teln gehö­ren für die Kon­su­men­ten neben dem Schutz (92,15%) und der rich­ti­gen Iso­lie­rung (90,85%) der Ware näm­lich auch wenig Ver­pa­ckungs­müll (86,93%) und öko­lo­gisch abbau­ba­re Mate­ria­li­en (80,39%). Als Online­händ­ler – egal ob von Lebens­mit­teln oder nicht – punk­tet man also immer mit einer umwelt­freund­li­chen Ver­pa­ckungs­lö­sung.