Was sind eigent­lich res­sour­cen­ef­fi­zi­en­te und nach­hal­ti­ge Ver­pa­ckun­gen? Um über genau die­ses The­ma zu dis­ku­tie­ren, setz­te die IHK Ver­tre­ter ver­schie­dens­ter Bran­chen an einen Tisch. Dar­un­ter neben Land­pack u.a. Ver­tre­ter von Tech­no­lo­gie-Kon­zer­nen, Lebens­mit­tel­un­ter­neh­men, der Abfall­wirt­schaft, Pro­dukt­de­si­gner für nach­hal­ti­ge Ver­pa­ckun­gen sowie For­scher und Bera­ter im Bereich Bio­kunst­stof­fe. Grund­la­ge des Work­shops sind vor allem die neu­en, ambi­tio­nier­ten Geset­zes­vor­la­gen auf Bun­des- sowie EU-Ebe­ne, die Her­stel­ler, Händ­ler und Ver­brau­cher vor neue Her­aus­for­de­run­gen stellen. 

Es fand ein reger Aus­tausch zwi­schen den Teil­neh­mern statt — ver­schie­dens­te Per­spek­ti­ven tra­fen auf­ein­an­der. Beson­ders inter­es­sant gestal­te­te sich die Fra­ge: Was ist eine wirk­lich nach­hal­ti­ge Ver­pa­ckungs­lö­sung, wenn tat­säch­lich der Pro­dukt­kreis­lauf von Roh­stoff, Pri­mär­ener­gie­be­darf der Pro­duk­ti­on bis hin zur Ent­sor­gung betrach­tet wird? 

Am Ende waren sich alle Teil­neh­mer einig: Mehr Trans­pa­renz, Dis­kus­si­on und Auf­klä­rung in den ver­schie­de­nen Berei­chen ist not­wen­dig, um als Händ­ler und Her­stel­ler die rich­ti­gen Ent­schei­dun­gen für nach­hal­ti­ge Ver­pa­ckun­gen tref­fen zu können.

 

Geset­zes­vor­ha­ben kurz & knapp: 

EU Cir­cu­lar Eco­no­my Packa­ge: Ver­rin­ge­rung Depo­nie­rung (max. 5% Sied­lungs­ab­fäl­le bis 2030), Redu­zie­rung Lebens­mit­tel­ab­fäl­le, höhe­re Recy­cling­quo­ten für Sied­lungs­ab­fäl­le, neue Berech­nun­gen für Recyclingquoten.

Euro­päi­sche Stra­te­gie für Kunst­stof­fe: Alle auf EU-Markt in Ver­kehr gebrach­ten Kunst­stoff­ver­pa­ckun­gen müs­sen wie­der­ver­wend­bar oder kos­ten­ef­fi­zi­ent recy­celt wer­den, Hälf­te der in Euro­pa ent­ste­hen­den Kunst­stoff­ab­fäl­le wer­den recy­celt, Trenn-und Recy­cling­ka­pa­zi­tä­ten wer­den gegen­über 2015 ver­vier­facht, Aus­fuhr schlecht sor­tier­ter Kunst­stoff­ab­fäl­le wird schritt­wei­se eingestellt.

Vor­ga­ben u.a. an: Pro­dukt­de­sign, Ein­satz von Mikro­plas­tik, Beschrän­kun­gen für Ein­weg­kunst­stof­fe, Aus­bau von Rück­nah­me- und Pfand­sys­te­men, Qua­li­täts­stan­dards für getrennte/recycelte Kunst­stoff­ab­fäl­le (mit Indus­trie) etc.

EU Vor­schlag Richt­li­nie: Sin­gle Use Plastic (Mai 2019): Mit­glieds­staa­ten ver­bie­ten das Inver­kehr­brin­gen von Wat­te­stäb­chen, Trink­hal­men, Besteck, Tel­ler, Rühr­stäb­chen, Ess­stäb­chen, Luft­bal­lon­stä­be. Außer­dem wei­te­re Pro­dukt­an­for­de­run­gen, Kenn­zeich­nungs­pflich­ten, Ziel­wer­ten etc. für Take-away, Tüten, Foli­en etc.

Deut­sches Ver­pa­ckungs­ge­setz – ab 01.01.2019: Regis­trie­rung aller Unter­neh­men die Ver­pa­ckun­gen auf den Markt brin­gen bei der Zen­tra­len Stel­le für Ver­pa­ckun­gen, Ziel: Höhe­re Recy­cling­quo­ten. Dua­le Sys­te­me müs­sen Anrei­ze schaf­fen um Materialien/Materialkombinationen zu för­dern, die mit einem hohen Pro­zent­satz recy­celt wer­den können.