Heute haben wir nachgefragt bei Fleischglück — der Plattform für bewussten und genussvollen Fleischkonsum.

Fleischglück.de erzählt die Geschich­ten lei­den­schaft­li­cher Metz­ger, Züch­ter, Land­wir­te und Köche und lie­fert dazu Rezept-Inspi­ra­tio­nen und Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen für Ver­brau­cher. Durch die tie­fen und direk­ten Ein­bli­cke aus­ge­wähl­ter Exper­ten erhal­ten Ver­brau­cher Zugang zu spe­zi­fi­schem Wis­sen des Fleisch-Hand­werks und zu Anre­gun­gen für den ganz per­sön­li­chen Fleisch­ge­nuss. Ziel der Platt­form ist es, eine auf­ge­klär­te Mei­nungs­bil­dung zu för­dern und den Weg zu wert­schät­zen­dem Fleisch­glück zu ebnen. Nicht nur digi­tal wird sich hier aus­ge­tauscht – auf den Fleisch­glück-Events rund um Mün­chen erhal­ten Fleisch­ge­nie­ßer die Mög­lich­keit ihren kuli­na­ri­schen Hori­zont zu erwei­tern und gleich­zei­tig die Geschich­te der Men­schen hin­ter den Fleisch­pro­duk­ten zu erfah­ren.

Fra­gen an Maxi­mi­li­an Harisch, David Seitz und Roman Wei­kert, die Grün­der von Fleischglück.de:

F: Wie kam es zu eurer Idee — Fleisch­glück?
A: Was uns Fleisch­glück-Grün­der ver­bin­det, sind vor allem drei Din­ge: Kuli­na­ri­sches Inter­es­se, unter­neh­me­ri­scher Ehr­geiz und das Ziel, mit den eige­nen Fähig­kei­ten die Welt ein klein wenig bes­ser zu machen. Der Ent­schluss Fleisch­glück zu grün­den, ist schnell erklärt. Max und Roman brin­gen durch ihren Hin­ter­grund als Online-Wer­be­agen­tur mit Web-Ent­wick­lung die Fähig­kei­ten und Erfah­rungs­wer­te zur Krea­ti­on von Online-Platt­for­men mit, dazu viel Start-Up-Erfah­rung im Kon­text Life­style und Nach­hal­tig­keit. David steu­ert durch sei­nen beruf­li­chen Food- und Fleisch-Fokus die the­ma­ti­sche Grund­rich­tung bei. Dass der Umgang mit Fleisch vor einem gro­ßen Umbruch steht – dar­über waren sich alle einig. Die Idee: Die­sen Umbruch mit­ge­stal­ten und dazu bei­tra­gen, dass weni­ger Fleisch kon­su­miert wird und das Pro­dukt an Glanz und Wert­schät­zung gewinnt. Fleisch­glück – so die Idee, soll eine Platt­form wer­den, die das Wis­sen bereit­stellt, um ein mün­di­ger Fleisch­ge­nie­ßer zu wer­den und genau die­se Ziel­grup­pe auch mit Erleb­nis­sen und Pro­duk­ten ver­sor­gen, die ohne schlech­tes Gewis­sen kon­su­miert wer­den kön­nen.

F: Was wür­det Ihr sagen beein­flusst den Bewusst­seins­wan­del für Fleisch und war­um ist die­ser gera­de für Fleisch so essen­zi­ell?
A: Fleischglück.de wur­de mit­ten in einen grund­le­gen­den gesell­schaft­li­chen Wan­del hin­ein gegrün­det. Kli­ma­po­li­ti­sche Fra­gen schla­gen sich in Fra­gen der Ernäh­rung nie­der, die jeden betref­fen. Auf­kei­men­de Ten­den­zen zum Vega­nis­mus und Vege­ta­ris­mus schei­nen auf den ers­ten Blick eine Art “Anti­be­we­gung” zu einem Unter­neh­men wie Fleisch­glück, doch genau genom­men bewe­gen auch wir uns in die­se Rich­tung. Unser Ziel ist, das Men­schen weni­ger Fleisch essen und weni­ger Tie­re gehal­ten wer­den müs­sen. So sind wir näher am Vege­ta­ri­er als ein Durch­schnitts-Kon­su­ment. Jeder ein­zel­ne Kon­su­ment soll­te vor dem Kauf von Lebens­mit­teln – beson­ders Fleisch – ein­mal mehr nach­den­ken. Wor­auf wir damit abzie­len? Wir wol­len Tier­wohl erhö­hen, das Hand­werk stär­ken und lang­fris­tig die Zahl gehal­te­ner Tie­re ver­rin­gern. Davon pro­fi­tiert der Ver­brau­cher und der gan­ze Pla­net.

F: Nach wel­chen Kri­te­ri­en wählt Ihr eure Fleisch-Exper­ten aus und wor­auf legt Ihr beson­de­ren Wert bei der Ver­öf­fent­li­chung eurer Bei­trä­ge?
A: Kei­ner von uns Grün­dern kommt ursprüng­lich aus der Fleisch­bran­che, doch wir beschäf­ti­gen uns seit vie­len Jah­ren inten­siv mit der The­ma­tik. Den­noch brau­chen wir bei jedem The­ma die Unter­stüt­zung von Fach­leu­ten, um den The­men die not­wen­di­ge Tie­fe zu geben. Ober­fläch­li­che Infor­ma­tio­nen fin­det man im Inter­net zuhauf – wir wol­len hin­ter­fra­gen und Vor­ur­tei­le los­wer­den. Dazu suchen wir uns Men­schen aus, die sich schon lan­ge in der Bran­che bewe­gen und dadurch Zusam­men­hän­ge und Pro­zes­se durch­schau­en, die ein Ver­brau­cher nicht sieht. Wir geben die­sen Men­schen dann eine Platt­form und berei­ten ihr Wis­sen so auf, dass es für einen End­ver­brau­cher nach­voll­zieh­bar wird. Ganz grund­sätz­lich müs­sen unse­re Exper­ten natür­lich unse­re Phi­lo­so­phie von Wert­schät­zung für Pro­dukt und Hand­werk mit uns tei­len.

F: War­um ist gera­de für Fleisch­glück Nach­hal­tig­keit wich­tig?
A: Nach­hal­tig­keit soll­te für jeden wich­tig sein – für uns gibt es vor allem zwei Grün­de: Ers­tens spü­ren wir eine wach­sen­de Ver­ant­wor­tung jedes Ein­zel­nen für unse­re Gesamt­ge­sell­schaft – die wol­len wir wahr­neh­men, so gut wir das als Unter­neh­men kön­nen. Zwei­tens fin­den wir, dass ein Kon­sum nach­hal­tig erzeug­ter Pro­duk­te ein­fach zu einem grund­le­gend grö­ße­ren Genuss führt. Wir beschrei­ben “Fleisch­glück” ger­ne als Gefühl. Wenn man sich im The­ma aus­kennt, dazu weiß, wo sein Fleisch her­kommt und bewusst die Ent­schei­dung trifft, die­ses Fleisch zu kon­su­mie­ren, dann ist das ein rei­ner Genuss ohne Schuld­ge­füh­le. Genau das wol­len wir durch unse­re Auf­lkä­rung und durch die hoch­wer­ti­gen Pro­duk­te, die wir anbie­ten, ermög­li­chen.

F: Was sind die größ­ten Her­aus­for­de­run­gen für das Fleisch-Hand­werk im Sin­ne einer nach­hal­ti­gen Ent­wick­lung?
A: Die größ­te Her­aus­for­de­rung ist es aus unse­rer Sicht, dafür zu sor­gen, dass die Wert­schät­zung und dadurch auch die Zahl­uns­g­be­reit­schaft für Fleisch in der Mas­se steigt. Fleisch muss einen gewis­sen Preis haben, damit gewähr­leis­tet ist, dass auch der Anfang der Wert­schöp­fungs­ket­te sei­nen Anteil erhält – das ist das Tier. Land­wir­te müs­sen selbst bestim­men kön­nen, wie hoch der Preis für ihr Pro­dukt ist – der Metz­ger muss die­sen Preis dann sei­nen Kun­den erklä­ren. Das wäre der Ide­al­zu­stand – momen­tan ist das aller­dings eher eine Uto­pie. Wir arbei­ten dar­an, dass mehr Men­schen ver­ste­hen, war­um gutes Fleisch so viel Geld kos­tet. 

F: Was hal­tet Ihr von fleisch­lo­sem Fleisch bzw. Flei­scher­satz?
A: Wir freu­en uns über jeden, der weni­ger Fleisch isst – und irgend­wie muss man die­ses Weni­ger ja kom­pen­sie­ren. Wir sind also gro­ße Fans von Flei­scher­satz und Labor­fleisch – sofern auch hier Nach­hal­tig­keits­fak­to­ren berück­sich­tigt wer­den. Auch Flei­scher­satz muss aus Sicht der Öko­bi­lanz erst­mal Sinn erge­ben. Unterm Strich hilft uns aber jede Maß­nah­me, die zu weni­ger Fleisch­kon­sum führt, den Wert von ech­tem gutem und tier­ge­recht pro­du­zier­tem Fleisch zu erhö­hen.

F: Ihr habt Euch sehr früh für unse­re Ver­pa­ckun­gen aus Stroh und Hanf als nach­hal­ti­ge und natür­li­che Iso­lie­rung ein­ge­setzt. War­um?
A: Es wäre abso­lut inkon­se­quent bei allen unse­ren Gedan­ken nach­hal­ti­ge Aspek­te zu berück­sich­ten, die­se aber dann bei der Ver­pa­ckung zu igno­rie­ren. Auch hier geht’s uns um die Ver­ant­wor­tung und um das Gefühl. Wer hoch­wer­ti­ges Fleisch aus einer hoch­wer­ti­gen, natür­li­chen und abbau­ba­ren Ver­pa­ckung aus­packt, genießt doch direkt mit einem viel bes­se­ren Gefühl. Allein schon wie das riecht! Die Land­pack-Ver­pa­ckung ver­eint für uns Genuss und Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein.

F: Wel­che Mög­lich­kei­ten hat der Ver­brau­cher, um gutes Fleisch zu erken­nen?
A: Er muss sich damit beschäf­ti­gen und das kos­tet etwas Zeit. Er muss wis­sen, wen er fra­gen kann und wel­che Fra­gen er stel­len muss. Ers­te Anlauf­stel­le ist da ein guter Metz­ger. Die Fra­ge “wo kommt die­ses Fleisch her” ist der Ein­stieg in das The­ma und führt dann über Hal­tungs­be­din­gun­gen und Füt­te­rung immer tie­fer ins Ver­ständ­nis dafür, was gutes Fleisch aus­macht. Wer sicher­stellt, dass sein Fleisch nicht impor­tiert wur­de, son­dern zumin­dest aus einem Umkreis von 100–200 Kilo­me­tern kommt – hat schon­mal sehr viel für sich erreicht. Alle wei­te­ren Qua­li­täts­kri­te­ri­en wie Rei­fung, Mar­mo­rie­rung und Zube­rei­tung kann man auf Fleischglück.de nach­le­sen und beim Metz­ger erfra­gen.

F: Und zu guter Letzt: Was sind eure per­sön­li­chen Tipps für wah­res Fleisch­glück?
A: Zunächst: Sich selbst ein paar Maxi­men ste­cken und die­se dann kon­se­quent ein­hal­ten. Dass kann sowas sein wie: Die Häu­fig­keit des Fleisch­kon­sums grob fest­le­gen, die eige­nen Ansprü­che an Fleisch und die Bezugs­quel­len defi­nie­ren (Regio­na­li­tät, Hal­tung, Preis). Dann: Das Fleisch, das man unter Berück­sich­ti­gung die­ser eige­nen Regeln gekauft hat auch rich­tig genie­ßen. Das Zele­brie­ren eines guten Steaks gehört ganz essen­ti­ell zu einem bewuss­ten Kon­sum. Fleisch nicht mehr bei­läu­fig essen, son­dern mit ein­ge­schal­te­tem Hirn und akti­ver Sen­so­rik. Das ist dann Fleisch­glück, wie wir es lie­ben.

Das Team von Land­pack sagt herz­li­chen Dank für das Gespräch!